Dachdecker

Der Bau einer weiteren Schulklasse in Madina macht Fortschritte. Heute wurde schon das Dach gedeckt. Die neuen Kinder können im September kommen.

Hurra 😀

Es sind nun auch an unserer Schule in Gambia Ferien und man sollte meinen, dass es ruhig an unserer Schule geworden ist.

So ist es aber nicht da die Test Phase für unseren neuen Kinder begonnen hat. Der Andrang ist riesig und jeder möchte eingeschult werden. Am ersten Tag waren es 69 Kinder und am 2. Tag schon 78 Kinder die getestet wurden.

Leider können wir dieses Jahr aus Platzgründen auch wieder nur 41 Kinder aufnehmen sodass wir ab September 350 Schulkinder zählen.

Für die neuen 41 Kinder suchen wir noch ab September Paten die eine Kind- oder Schulpatenschaft übernehmen möchten.

Sehr traurig für die Kinder die es nicht schaffen. Gerne würde ich alle nehmen aber leider fehlt uns der Platz und die Kapazität.

Aber ich gebe nicht nach und habe den Ehrgeiz in den nächsten Jahren noch mehr Platz zu schaffen um so viele Kinder wie möglich aufnehmen zu können..

Danke das ihr dabei seid.

Euer Papa Buba

Danke !

Bericht von Johanna Ellermann, Yelena Diarra, Nina Buß und Julia Stark über ihren Besuch bei uns in Gambia und der Arbeit an unserem Kooperations-Krankenhaus in Darsilami

Danke für eure tolle Arbeit, und wir freuen uns dass ihr uns schon bald wieder besuchen kommt!!! (y) (y) (y)

Hallo zusammen! Wir, Johanna, Yelena, Nina und Julia, sind Medizinstudentinnen an der Uni Essen. Diesen März haben wir drei Wochen bei Uwe in Gambia verbracht. Dort wollten wir im nahe gelegenen Krankenhaus in Darsilami, dem Remis Health Center, ein Praktikum absolvieren und die Emma-Christine-Grundschule in Madina kennenlernen.

Schon bei unserer Ankunft in Gambia wurden wir von Allen mit offenen Armen empfangen und fühlten uns so von Anfang an gut aufgehoben.

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit, in der wir auf viele offene und freundliche Leute trafen, eine Hochzeit besuchten und den Markt in Banjul kennenlernten, ging es schon direkt los ins Krankenhaus. Hier wurden wir direkt einmal ins kalte Wasser geworfen, denn jeder erste Dienstag im Monat ist „Clinic Day“, das heißt alle Mütter und schwangere Frauen aus der Umgebung kommen mit ihren Babys ins Krankenhaus, um untersucht und durchgeimpft zu werden – ein chaotischer, lauter, aber auch schöner erster Tag.

Den Großteil unseres Praktikums waren wir dann in der Wundversorgung tätig, was aufgrund von anderen Hygieneverhältnissen und mangelnden Materialien einige Herausforderungen mit sich brachte. Eins steht fest: Improvisieren können wir jetzt! Kompressen und sauberes Verbandsmaterial sind Mangelware, was das Säubern und Sauberhalten von Wunden ziemlich schwierig gestaltet.

Wir sahen viele Wunden die durch die richtige Versorgung und einfache hygienische Grundkenntnisse vermeidbar gewesen wären.

Auch dieses Jahr merkt man wieder: Wir in Deutschland meckern auf hohem Niveau. Im Krankenhaus haben wir eine Patientin behandelt, die in einen rostigen Nagel getreten war und deswegen wochenlang barfuß mit einer infizierten Wunde an der Fußsohle umherlief. Kein Wunder, dass die Wunde nicht heilte und sich schon in Richtung Blutvergiftung entwickelte: sie besaß keine Schuhe.

Zudem verbrachten wir jeweils abwechselnd einen Tag in der Krankenstation des Kindergarten Mühlheim im Nachbarort Marakissa, die nicht nur die Kinder dort, sondern die komplette Umgebung medizinisch erstversorgt. Auch hier vermittelte uns die Arbeit dort einen interessanten Einblick in die alltäglichen Abläufe und Verhältnisse.

Doch wir verbrachten nicht unsere gesamte Zeit in den Krankenstationen. An unseren freien Tagen schauten wir immer mal wieder in der Emma-Christine-Grundschule vorbei. Wir haben uns riesig gefreut, die Vorbereitungen und die Feierlichkeiten des Commonwealth Tags mitzuerleben: die vorfreudig aufgeregten Kinder in ihrer traditionellen Kleidung – inklusive Süßigkeiten im Haar -, die Musik und die ausgelassene fröhliche Stimmung, die einen sofort ansteckt, waren ein Erlebnis für sich das wir sicherlich nicht mehr vergessen werden.

Da wir im Vorfeld mit Uwe besprochen hatten, einen Vortrag in der Schule zum Thema Aufklärung, Gesundheit und Hygiene zu halten, bereiteten wir ihn vor Ort in Rücksprache mit David und Aja sowie der Headnurse „Aunty Fatou“ vor, die uns aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung viele hilfreiche Ideen und Tipps geben konnte. Obwohl wir zuerst Bedenken hatten, auch Tabuthemen in einer fremden Kultur anzusprechen, begegneten uns sowohl die Kinder als auch ihre Mütter, die wir ebenfalls separat in die Schule einluden, offen und interessiert, sodass wir schlussendlich über weitaus mehr Themen als ursprünglich geplant. So konnten wir beispielsweise auch über Verhütung und HIV sprechen und einige Vorurteile ausräumen.

Wir hoffen auch für die Zukunft weiteres medizinisches Personal für einen Aufenthalt in Gambia begeistern zu können, sodass auch der Aufklärungsunterricht weitergeführt werden kann.

Ein weiterer toller Ausgleich zum Arbeitsalltag, waren die vielen Gelegenheiten, sich das Land mit vielen seiner Facetten und Besonderheiten anzuschauen und kennenzulernen. Wir besuchten schöne Strände, beobachteten eine faszinierende Pflanzen- und Tierwelt und bekamen kulturelle Einblicke, die man als einfacher Tourist sicher nicht bekommen hätte. Außerdem trafen wir, wo immer wir auch hinkamen auf freundliche, hilfsbereite Menschen und schlossen viele neue Freundschaften. Wir vermissen Gambia schon jetzt und wollen so bald wie möglich wiederkommen!

Herzlich Willkommmen,

wurden auch unsere vorerst letzten Besucher, Johanna, Nina, Yelena und Julia aus Deutschland.

Diesmal haben 4 Medizinstudenten den Weg zu uns gefunden, um in einem Nachbardorf in Darsilami an einem aus Deutschland geförderten Krankenhaus zu arbeiten.

Hier haben wir für die Zukunft eine Zusammenarbeit zwischen unserer Schule und dem Krankenhaus vereinbart sodass unsere Kinder im Krankheitsfall sehr kostengünstig behandelt werden können.

Erfreulich ist auch dass es einen von Deutschland aus installierten Zahnarztcontainer gibt wo fachmännisch Zahnbehandlungen möglich sind.

Im Gegenzug werden wir versuchen interessierte Medizinstudenten aus Deutschland für eine freiwillige Zeit im Krankenhaus zu gewinnen.

Sollten also jemand Interesse haben kurze PN an mich oder Markus.

Nach einer herzlichen Begrüßung an unserer Schule wurden die Mädels auch am ersten Tag im Krankenhaus sofort eingesetzt und hatten auch reichlich zu tuen.

Aber nicht nur im Krankenhaus wird kräftig mit angepackt auch sind Info- Veranstaltungen in Ernährung – und Gesundheitsfragen an unsere Schule für Mütter und Kinder geplant.

Erfreulich ist das es auch hier in unserer Region wieder aufwärts geht, um den Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Auch bei dem Bau der nächsten Schulklasse geht es voran. Ich hatte mir eigentlich erhofft das Diese vor meiner Rückkehr noch fertig wird aber es ist leider manchmal nicht immer so einfach. Aber bis zur nächsten Einschulung der neuen Kinder im September sollte es dann wohl fertig sein.

Ich werde mich nun in den nächsten Tagen wieder auf meine Heimreise begeben, um mich für meinen Aufenthalt nächsten Winter vorzubereiten.

Danke an alle die mich die letzten Monate bei meinen Berichten aus Gambia begleitet haben und nochmal Danke an alle für euer Vertrauen und eure Unterstützung.

Euer Papa Buba Gambia Brikama Madina Westafrika

Ein hartes Stück Arbeit……

Ein hartes Stück Arbeit geht erst mal zu Ende

Die 1. Etappe vom Bau der weiterführenden Schule in Kitty ist abgeschlossen und wir konnten unser gestecktes Ziel erst mal erreichen.

Das Gelände ist ummauert, das Bohrloch ist fertig, der Bohrturm steht und ist aus Sicherheitsgründen ummauert. Die Schultore sind einbetoniert und funktionsfähig. Auch der Generator und die Brunnenpumpe sind somit sicher untergebracht.

Das Fundament für die ersten 3 Schulklassen ist gegossen.

Nun machen wir hier erst mal in Kitty Schluss und werden bei meiner nächsten Reise dann wieder viel Arbeit vor der Brust haben. Das wird dann auch wieder sehr sportlich da wir eine Reihe von Gebäuden (3 Schulklassen, Hausmeisterhaus, Toilettenanlage, Lehrerzimmer und ev. ein Lager) fertig stellen müssen damit die ersten Kinder dann im Sep. 2020 in die weiterführende Schule nach Kitty wechseln können.

Damit ist nach 3-monatiger intensiver Arbeit für uns dieses Jahr noch nicht Schluss da wir uns im Dorf und Schulvorstand entschlossen haben auf dem alten Schulgelände noch eine weitere Schulklasse zu errichten damit auch dieses Jahr wieder ca. 41 Kinder aufgenommen werden können. Die Bauarbeiten beginnen dann im Februar haben dann Zeit bis September.

Alles das geht nur weil wir alle gemeinsam an eine bessere und gerechtere Welt glauben.

Mein Motto „Mit wenig Mitteln viel erreichen“ kann funktionieren wie sich hier wieder gezeigt hat.

Jeder und auch noch so kleine materielle oder finanzielle Beitrag kann alles das schaffen was wir bis hier in den Letzten 5 Jahren geschafft haben.

Ich bin fest davon überzeugt das das Bauen von Schulen und Bildung die Armut Weltweit bekämpfen kann.

Ausbilden heißt Zukunft für Afrika und stoppt die Flucht der jungen Menschen aus deren Ländern.

Wenn man in allen Medien von „Flüchtlingsursachen bekämpfen“ redet hilft das nichts, wenn man es nicht konsequent angeht und nur sagt, um irgendeine Wahl gewinnen zu wollen.

Es ist wirklich notwendig den Leuten hier vor Ort Zukunftsaussichten zu ermöglichen damit diese im Land bleiben und auch die Möglichkeit haben das mit aufzubauen.

Wieviel Menschen müssen noch im Meer oder auf der Reise nach Europa sterben damit man das erkennt.

Wieviel Millionen oder sogar Milliarden Euro wurden in den letzten Jahren ausgegeben, um das Flüchtlingsproblem in Europa oder Weltweit zu lösen. Mit diesem Geld hätte man sicherlich ganz Afrika mit guten Schulen und gut qualifizierte Lehrer ausstatten können.

Aber auch die große Unruhe in Europa in den letzten Jahren hätte man sich sicherlich sparen können.

Man muss Schluss machen mit subventionierten Lebensmitteln aus Europa die den hiesigen Bauern keine Chance lassen die eigenen Produkte verkaufen zu können.

Man darf es nicht zulassen das asiatische Länder kommen, um Straßen zu bauen, um im Gegenzug das Meer leer zu fischen, um Fischmehl herzustellen, das an Vieh im eigenen Land verfüttert wird und die Boote der hiesigen Fische bleiben leer.

Was wir hier in den letzten Jahren hier in Gambia machen mag ein kleiner Schritt sein und das löst mit Sicherheit nicht alle Probleme hier aber am Anfang steht immer der erste Schritt.

Ich bin froh das wir gemeinsam bereit sind weitere Schritte zu gehen.

Danke dafür.

Euer Schulteam

Es geht wieder los 2018/19

Nach Uwes Ankunft war nun das erste Treffen mit Eltern und Dorfbewohnern in unserer Schule und es waren wieder viele Leute gekommen, um zu erfahren, was wir uns für diesen Winter vorgenommen haben und was uns erwartet.

Mit großer Hoffnung in unsere Arbeit und die Zukunft der Dorfkinder hörten alle gespannt zu, was es an Neuigkeiten gab; natürlich mit Übersetzer für die Eltern. Die Kinder verstehen einen ohne Probleme. Die Freude war groß, dass alles gut läuft und wir unsere Arbeit fortsetzen können.
Auf dem neuen Schulgelände wurde bereits der Brunnen  gebohrt und das erste Wasser sprudelt schon.

Nun kann unter Hochdruck mit dem Bau der Außenmauer und dem Fundament für vier Schulklassen begonnen werden. Zu dem Zweck wurde bereits mit dem Anfertigen der Steine und das Ausheben der Fundamente begonnen.

Das ist bei Temperaturen von über 40 Grad allerdings kein leichtes Unterfangen. Es ist wieder alles ein wenig schwierig, aber wir kommen voran.

Ausserdem kriegen wir wieder handfeste Hilfe aus Deutschland. Dieses Jahr in Form von Alica Kulej. Alica wird von November bis Februar bei uns an der Schule helfen. Ihre Erfahrungen will sie in ihrem eigens dafür angelegten Blog mit uns teilen. Da sind wir mal gespannt.

Was zuletzt geschah

Das letzte Halbjahr 2017/18 bot so einiges! Eins der spannendsten Ereignisse war mit Sicherheit die Möglichkeit, endlich mit den Kindern einen Ausflug machen zu können. Hier waren die Highlights ein Besuch am nahegelegenen, heiligen Krokodilteich, am Fluss Gambia, bei dem die Kinder etwas über Fischfang, das Konservieren von Fischen und Bootsbau lernen konnten. Am allerschönsten für alle war ohne Frage der Besuch am Meer, wobei sich die Kinder natürlich fragten, wo eine solch grosse Menge Wasser herkommen konnte.

Ein weiteres Highlight war dann die Weihnachtsfeier, bei der die Kinder sich natürlich über alle Maßen über ihre Geschenken freuten und sich im Anschluss auf das Festmahl stürzten. Hier wurde auch dafür gesorgt, dass viele andere Kinder des Dorfes und deren Familien mitversorgt wurden.

Darüber hinaus hatte die Schule viel Besuch, unter anderem vom zweiten Vorsitzenden Christian Borchert; Uwes Tochter und Mitnamensgeberin Christine Beckers und ihre Freundin Lea; unseren Berichterstattern Saskia Bontempi, Teresa Strüder und Julia Stark; unsere erste Hilfslehrkraft Franzi Schmeink und ihre achtköpfige Familie; Lea Ruhland, Max Peeters, Claudia Pelc und ihre Freundin Heike. Wir möchten nochmal allen aus tiefstem Herzen für ihren Besuch und ihren Einsatz danken.

Zu finanziellen Neuigkeiten wäre da zum einen die Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Kaiserplatz in Krefeld zu erwähnen, die in einer Spendenaktion 1810€ zusammengesammelt haben, was uns einen guten Start zum Bau der weiterführenden Schule im nächsten Winter ermöglicht. Zum anderen freuen wir uns über die regelmässige Auszahlung der Prämien von Amazon Smile und Gooding, die ein wilkommener Zuschuss zur Finanzkasse des Projekts ist. Vielen Dank, dass ihr bei euren Einkäufen immer an uns denkt.

Eine weitere besondere Aktionen kam in Form von ca. 500 selbstgestrickten Wollmützen, die von einer Unterstürzerin des Projekts aus Krefeld gespendet wurden! Einen Grossteil davon wurde beim Besonderen Weihnachtsmarkt verkauft und der Rest wurde anschliessend an alle Kinder und Lehrer und Angestellte der Schule verteilt! Die Mützen kamen unheimlich gut an und werden gerne getragen, da es auch in Gambia im Winter verhältnismässig kühl werden kann! Darüber hinaus haben wir so viele Sachspenden in Form von Schuhen, Trikots und Schultornistern bekommen, dass wir die Sachen an die Kinder verlost haben, was natürlich für eine Menge Spass sorgte.

Für das kommende Schuljahr werden wieder 45 neue Kinder in die erste Klasse aufgenommen, die sich riesig über eine Patenschaft freuen würden. Es solle doch kein Kind leer ausgehen.

Baumassnahmen gingen dieses Mal etwas schleppend voran, aber Uwe hat es geschafft, das Grundstück für die Weiterführende Schule klarzumachen und Wege anzulegen, so dass dem Bau des eigentlichen Gebäudes nichts mehr im Weg steht. Es sollen ein oder zwei Klassenzimmer und eventuell Lehrerzimmer gebaut werden. Es steht sogar schon der Anfang einer kleinen Mauer als Begrenzung! Darüber hinaus soll der bereits vorhandene Brunnen vertieft werden, um dann entsprechend wieder Beton für die Steine herstellen zu können.

An dieser Stelle will ich wieder einmal allen Paten, Unterstützern und freiwilligen Helfern unseres Projektes aus tiefstem Herzen danken. Ohne euch wäre es uns nicht möglich, unseren Kindern eine Chance auf eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Ein grosses Dankeschön auch an Markus, der als organisatorisch Bastion und Informationszentrum hervorragende Arbeit leistet. Der grösste Dank gebührt natürlich Uwe, der mit seiner Motivation und seinem Engagement der Dreh- und Angelpunkt dieses herrlichen Projektes ist.

Der dritte Bericht aus erster Hand

Diesmal kommt Julia Stark zu Wort, die im Winter 2017/18 zusammen mit Teresa Strüder in Gambia war.

Hebammen, Spritzen, lachende Menschen – ein Aufenthalt in Madina!

Ich war diesen Winter zusammen mit Teresa drei Wochen in Gambia und habe dort in einem Krankenhaus in Brikama gearbeitet. Um nicht zu wiederholen, was sie schon treffend in ihrem Bericht beschrieben hat, werde ich mich nur auf die Zeit im Krankenhaus beschränken.

Was ich davon mitgenommen habe:

Ich bin froh über das deutsche Gesundheitssystem, über Screeninguntersuchungen zur Früherkennung, über den medizinischen Luxus in Europa. Und:

Wir Deutschen jammern auf einem ziemlich hohen Niveau.

In Deutschland ist es kein Problem, auch schon bei leichten Erkrankungen einen Arzt aufzusuchen, sich durchchecken zu lassen, die beste Therapie zu bekommen, ohne dafür überproportional zahlen zu müssen. Dabei muss ich besonders an eine ältere Patientin denken, bei der das Gewebe des Fußes schon abgestorben war, so dass nur noch eine Amputation möglich war.
In Gambia habe ich gesehen, wie viele Patienten wieder nach Hause geschickt werden mussten, weil sie die Therapie nicht bezahlen konnten. Aber auch, wie versucht wurde, den Patienten mit den zur Verfügung stehenden Mitteln bestmöglich zu helfen, wie auch Kompromisse zulasten des Gewinns des Krankenhaus eingegangen wurden.
Zuhause habe ich mir nie viele Gedanken über die Kosten von Gesundheit gemacht; – klar, man hört, welche Untersuchung wieviel kostet, dass bestimmte Maßnahmen aus ökonomischen Gründen bevorzugt werden sollten oder ähnliches, aber mich persönlich berührt hat das nie. Letztendlich bekommt hier jeder Patient die Therapie, die er benötigt.
Deswegen bin ich dankbar, in Gambia das Gegenteil erfahren zu haben. Die Erfahrungen mit den Patienten und dem Gesundheitspersonal, die Bilder werde ich nicht vergessen.
Beschneidung, starke Frauen, glückliche Patienten, ein Durcheinander und Gewusel, viele schwangere Frauen, die Not, der Familienzusammenhalt und die Unterstützung kranker Menschen.
Auch die Krankheitsbilder sind zum großen Teil andere, der Weg bis zur Diagnose ebenfalls.
Vorherrschend sind Malaria – 70-80 % der Patienten wurden deswegen bei uns behandelt – und Magengeschwüre. Wohlstandskrankheiten wie Diabetes mellitus trifft man hier eher selten.
Es kann auch keine aufwendige Diagnostik betrieben werden, da dafür die Mittel und die Zeit fehlen: das klinische Bild, die Symptome der Patienten sind entscheidend. Eine routinemäßige venöse Blutentnahme wie in Deutschland gibt es nicht – zu teuer, zu aufwendig. Stattdessen werden einfache Labortests durchgeführt, wenn mehr Diagnostik als das Patientengespräch notwendig ist.
Und trotzdem sind die Menschen so offen, freundlich und hilfsbereit, voller Lebensfreude. Ich wurde inner- und außerhalb des Krankenhauses direkt aufgenommen und zuvorkommend und freundlich behandelt.
Ich bin sehr dankbar für die tolle Zeit in Afrika – hier auch ein großer Dank an Uwe, der den Kontakt hergestellt hat und das Ganze erst möglich gemacht hat. Auch hatte ich nie das Gefühl, alleine ohne Hilfe dazustehen, es gab immer Menschen, die uns bei Problemen weitergeholfen haben, die uns Gambia gezeigt haben.
Bis nächstes Jahr!“

Ein ganz grosses Dankeschön für diese andere Sicht von Gambia ausserhalb unserer Schule und für die tatkräftige Unterstützung im Krankenhaus!

Ein herzliches Dankeschön

Als Projekt, das hauptsächlich von Privatleuten getragen wird, freut man sich selbstverständlich unglaublich über jede auch noch so kleine Spende. Umso schöner ist es dann natürlich, wenn man grössere Spenden von Vereinen, Firmen oder, wie in unserem Fall, Schulen erhält.

Dieses Mal kommt die Hilfe von der Gesamtschule am Kaiserplatz in Krefeld. Hier kamen im Zuge einer 1-Euro-Aktion sage und schreibe 1.810,- € zusammen, die der didaktische Leiter Jan von der Heydt und Schülervertreter-Lehrerin Maria Akrivi unserem Projekt gespendt haben. Dies ist umso willkommener, da im Winter 2018/19 mit dem Bau der weiterführenden Schule begonnen werden soll und dann natürlich jeder Cent dringend gebraucht wird.

Auf eine gute Zusammenarbeit

In Zukunft soll es eine engere Zusammenarbeit mit der Gesamtschule in Form von Klassenfreundschaften und Informationsabenden geben.

An alle Schüler, Eltern und Lehrer der Gesamtschule am Kaiserplatz möchte ich nochmal aus tiefstem Herzen sagen: Dankeschön!

Ein zweiter Bericht aus erster Hand

Ein weiterer Erfahrungsbericht von jemanden, der sich vor Ort ein Bild machen konnte. Diesmal von Teresa Strüder, die ein Praktikum an unserer Schule in Gambia absolviert hat. Danke Teresa für deine tolle Arbeit!

„Tubab, Tubab!“ – Meine Erfahrungen in Madina

„Ab dem ersten Tag wurde mir meine Ankunft sowohl durch Uwe und sein Team als auch durch die Einheimischen sehr leicht gemacht. Ich bin auf offene und interessierte, hilfsbereite und zufriedene Menschen getroffen, die mich sogleich ohne Vorbehalte willkommen hießen!
Ich habe einen bereichernden Austausch mit sowohl modernen als auch traditionellen Menschen gehabt, der mich in meiner europäischen Denkweise herausgefordert und meinen Horizont erweitert hat.
Dass ich so stark im europäischen Denken verwurzelt bin, tat mir manchmal auch echt weh. Wie soll ich meinem Freund erklären, warum ich das Zähneputzen nicht immer so ernst nehme, wie es mir mal eines Tages gepredigt worden ist? In solchen Momenten fühle ich mich peinlich berührt; mir wird die Selbstverständlichkeit und die Normalität bewusst, mit der ich zum Arzt gehe.
In anderen Momenten bin ich unserer modernen Denkweise aber auch echt dankbar, etwa dann, wenn man verständnislos gefragt wird, warum man denn mit 20 Jahren noch kein Kind hat.

Teresa wird umschwärmt

Bezogen auf den Austausch bin ich den Lehrern und Lehrerinnen sehr dankbar für ihre Offenheit und ihren Respekt mir gegenüber als junge Frau. Ich habe ihre Haltung sehr zu schätzen und zu nutzen gewusst. Denn ich hatte dadurch die Möglichkeit, offen und direkt mit ihnen zu reden, nachzufragen – auch kritisch – und gemeinsam alternatives Verhalten ausfindig zu machen.
Wir haben viel über Schulsysteme und die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler gesprochen, darüber, wie man sich verhalten sollte und was man verändern könnte.
Die Lehrer stoßen an ihre Grenzen (bezogen auf eigene Bildung, Vermittlung des Wissens), was aber auch nicht verwunderlich ist. Ein Universitätsbesuch mit einem Lehrer hat uns das verdeutlicht. In Gambia ist der Bildungsstand wesentlich niedriger.
Daher ist es umso schöner zu sehen, dass wir meistens aus den Gesprächen mit
neuem Input hervorgegangen sind und die einheimischen Lehrer und Lehrerinnen die Bereitschaft mitbringen, neue Wege zu gehen.
Die Wichtigkeit von Bildung habe ich deutlich zu spüren bekommen und ich bin mir darüber bewusster geworden. Hier ist unsere Bildung etwas ganz Normales, merke ich in Gambia jedoch plötzlich, wie wenig selbstverständlich Bildung doch in vielen Ländern dieser Welt ist und welche Auswirkungen mangelnde Bildung mit sich bringt, wie eng die Verbindung zwischen Bildung und Entwicklung ist.
Eine weitere Erfahrung, die mich staunen lies, war die Bedeutung der Kultur fürdie Menschen und wie sie diese gelebt haben, wie sehr sie die Einheimischen geprägt hat.
Vom „Aberglauben“ bis hin zu den verschiedenen traditionellen Kleidern, die ich beim Commonwealth sehen und kennenlernen durfte, war es sehr interessant für mich.
Ich könnte noch viel mehr erzählen… ich denke, man muss dort gewesen sein und das Land/Kultur und die Menschen erlebt haben, um zu verstehen, wovon ich spreche!
Ich kann es in Worte nicht gut fassen…es geht immer etwas verloren, was bis nach Deutschland nicht reicht.
Zurück im reichen Deutschland bin ich mir einmal mehr bewusst, wofür ich so
dankbar bin:
Die Einfachheit des eigenen Lebens während meines Aufenthaltes dort, die herzliche, zufriedene und offene Art der Einheimischen und die Arbeit mit den Menschen in der Schule! Danke für all die Erfahrungen!
Ich bin dankbar all den Menschen, die mir in Gambia so eine bereichernde Erfahrung ermöglicht haben. Meinen gambischen Freunden, die besonders außerhalb von Madina immer ein schützendes Auge für mich als „Tubab“ hatten, und mir ihre Kultur, ihre Gedanken näher gebracht und den Kontakt zu den Einheimischen erleichtert haben. Denn manchmal, wie gesagt, ist man eine richtige Europäerin!
Und dann natürlich ein großer Dank an Uwe! Du bist einfach klasse! Ich bin voller Demut beim Anblick deiner geleisteten Arbeit in Madina! Danke an all meine lieben Menschen in Gambia! Ich komme auf jeden Fall wieder!“